Archiv für die Kategorie ‘Sportentwicklung’

Der Arzt, der Leibesübungen förderte

Mittwoch, 26. Juni 2013

Vor 150 Jahren wurde Prof. Dr. August Bier geboren

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Er war ein genialer Chirurg und weltweit bekannter Arzt: Aber August Bier hatte auch enge Beziehungen zum Sport und ist seit 1921 Namensgeber der „August-Bier-Plakette“ der Deutschen Sporthochschule Köln.  Vor 150 Jahren, am 24. November 1861 wurde er in Helsen/Bad Arolsen geboren und ging in Korbach zur Schule. Nach dem Medizinstudium in Berlin, Leipzig und Kiel arbeitete er an den Universitätskliniken in Kiel, Greifswald und Bonn. Von 1908 bis zu seiner Emeritierung 1932 leitete er die Chirurgische Klinik in der Berliner Ziegelstraße.  

 

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Emanzipation der Sportjugend durch Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe

Montag, 12. November 2012

Berlin vor 40 Jahren: Erster Schulterschluss zwischen Jugendarbeit und Sport führt zur gesellschaftspolitischen Emanzipation der Sportjugend.

 Vor 40 Jahren wurde in der Quartalsschrift „Neuer Rundbrief“ der Senatsverwaltung für Familie, Jugend und Sport in Heft I von 1980 das Schwerpunktthema „Jugendarbeit und Sport“ in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt. Auf Wunsch der Senatorin für Familie, Jugend und Sport, Ilse Reichel, und ihres Senatsdirektors (Staatssekretärs), Dieter Kreft, sollte damit der Sprachlosigkeit der Jugendhilfe gegenüber dem Sport und der sportlichen Jugendarbeit begegnet und möglichst fruchtbare Kooperationen eingeleitet werden. Dieter Kreft leitete die Diskussionen mit seinem Beitrag „Jugendhilfe und Sport – Eine vergessene Aufgabe der Jugendarbeit“ ein, Prof. Dr. C. Wolfgang Müller (TU Berlin) und Prof. Dr. Hans Gerhard Sack (Universität Marburg) beleuchteten Hintergrund und Perspektiven. Die Sportjugend Berlin nahm grundsätzlich Stellung und lieferte mit ihrer gerade angelaufenen „Sozialen Offensive“ praktische Handlungsfelder und Kooperationsvorschläge. Prof. Müller konstatierte beiden Bereichen der Jugendarbeit ‚gesellschaftlich bedeutsame Tätigkeiten, die das gemeinsame Schicksal teilen, für politisch rückwärts gerichtete Ziele ebenso  eingespannt worden zu sein wie für politischen und gesellschaftlichen Fortschritt’.

 

Für die Sportjugend bedeutete diese Schwerpunktsetzung seit den achtziger Jahre weitere jugendpolitische Emanzipation mit ständig größer werdenden Herausforderungen. Gegen starke Widerstände in der etablierten Sozialarbeit wurden neue und von jungen Menschen selbst bestimmte Mitwirkungsmöglichkeiten der Jugendarbeit des Sports entwickelt, die sich in der Praxis bewährten, Kooperationen vielfältigster Art auslösten und mit der Deutschen Einheit eine neue Qualität der sportlichen Jugendarbeit, der Integrations- und Sozialarbeit des Sports einleiteten. Mitte der neunziger Jahre beantwortete Prof. Dr. Manfred Kappeler (TU Berlin) die Frage nach der Bedeutung der Kooperation zwischen Sport und Jugendhilfe mit der Feststellung: Wir brauchen nicht mehr Sozialarbeit im Sport, sondern mehr Sport in der Sozialarbeit.

 

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Neue Ideen für alte Vereine

Sonntag, 11. November 2012

 

 

 

Sparzwänge erleichtern Strukturveränderungen

 

Neue Ideen für den Sport und seine Vereinsstrukturen müssen her, damit sich die dramatische Finanzsituation nicht weiter wie Mehltau über unsere Stadt legt und den Sport mit erstickt.  Die eigentlichen Sparzwänge stehen den Sportvereinen und Verbänden nach dem Willen des Finanzsenators in den nächsten 2 Jahre noch bevor: Einsparungen bei gesetzlichen Leistungen, weiterer Abbau freiwilliger Leistungen, also Erhebung von Nutzungsentgelten für Sportstätten und womöglich Streichung der gesamten Sportförderung. Ein Rückfall in die Gründerjahre vieler unserer Vereine steht bevor. Unsere ‚alten’ Vereine mussten sich um 1900 ausschließlich aus Beiträgen und Spenden ihrer Mitglieder finanzieren. Diese Einnahmen ermöglichten den Sportbetrieb und den Bau eigener Sportstätten. War Geld übrig, konnten auch die in Berlin gebildeten Dachverbände mit unterstützt werden. Ohne Ehrenamt und Mäzenatentum ging es im Kaiserreich nicht. Sportstättengebühren waren auch in der Weimarer Republik die Regel. Der  Reichsausschuss für Leibesübungen erhob 1926 die Forderung: „ Gebühren für Turnhallen, Schwimmbahnen und Spielplätze sollen von denen erhoben werden, die draußen bleiben.“ Ein prägnanter Satz mit hoher Aktualität. Bis 1959 gehörten  Nutzungsentgelte und Duschgroschen für Sportstätten  auch im  Westteil Berlins zu den regelmäßigen Ausgaben der Vereine, ehe sich in Ost und West staatliche Wohltaten und Lotterien über den politisch prestigeträchtigen und gesellschaftlich wichtigen Sport ergossen. Im Zeitalter des Haushaltsnotstandes und sich ausbreitender kommerziellen Sportangebote für Besserverdienende soll damit jetzt Schluss sein, hat die Sportförderung als kommunale Daseinsvorsorge für Bürgerinnen und Bürger ausgedient? Es hat fast den Anschein, wenn einen Nachrichten aus Köln erreichen, dass dort durch den Wegfall öffentlicher Mittel 240 von 800 Sportvereinen vor dem finanziellen „Aus“ stehen. In der Hauptstadt gibt es (noch?) 2.000 Sportvereine.

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Das soziale Gewissen des Sports

Sonntag, 11. November 2012

 

 

Die „soziale Offensive des Sports“ begann in der Sportjugend

 

 

Es war derTrimm Dich Sportpfarrer der Evangelischen Kirche in Deutschland, Martin Hörrmann, der bei der Suche nach sozialpolitischen Konzepten des Sports Ende der sechziger Jahre die Sportjugend als das ’soziale Gewissen‘ des Sports bezeichnete. Zu Recht. Die Deutsche Sportjugend hat in der noch kurzen Geschichte des Deutschen Sportbundes maßgeblich zur Entwicklung und politischen Anerkennung der ’sozialen Aufgaben‘ des Sports beigetragen. Vielfältige Anstöße der späteren „Sozialen Offensive“ haben ihren Beginn in Modellen und Projekten der Jugendorganisationen des Sports genommen, wurden in Seminaren, Workshops, Vollversammlungen und Bundesjugendtreffen weiterentwickelt und haben über Akademietagungen, Sportkongresse und DSB-Bundestage Eingang in die gesellschaftspolitischen Aufgaben und Ziele der Gesamtorganisation gefunden. Nach dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und der parallel dazu erzielten deutschen Einheit leitet diese sozialpolitische Kompetenz der Sportjugend und ihrer Mitgliedsorganisationen bis hinunter zur Vereinsebene gerade einen längst überfälligen und notwendigen Paradigmenwechsel zugunsten der sportlichen Jugendarbeit in der Sozialpädagogik und Jugendhilfe der Bundesrepublik ein.

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