Daten zur Jugend- und Sozialarbeit der Sportjugend Berlin

 

1945      Anordnung der Alliierten Kommandantur: Jugendverbände müssen von Erwachsenenverbänden unabhängig sein und ein ‚Jugendleben nach eigener Ordnung‘ führen.

1948      Im Jahr der Währungsreform entstehen unterschiedliche Strukturen der Jugendarbeit in West und Ost. Abspaltung von Ost- und West-Berlin durch die Blockade.

1949      Gründung des Sportverbandes Groß-Berlin (heute LSB) als ‚Verband der Vereine‘. Gustav Schulze wird zum Jugendwart gewählt. Erster Jugendleiter-Lehrgang im Haus am Rupenhorn.

1950      Gründung der Deutschen Sportjugend. Die Sportjugend Berlin betreibt ihr erstes Ferienlager in Heiligenhafen/Ostsee.

1951      Der Sportverband Berlin wird mit knapper Mehrheit ein ‚Verband der Verbände‘.

1952      Die Sportjugend Berlin organisiert das Bundesauswahllager der Jugend für die Olympischen Spiele in Helsinki.

1953      Die erste ‚Jugendordnung‘ der Sportjugend Berlin wird verabschiedet. Im Verbandsorgan Berliner Sport erscheint monatlich die Beilage „Berliner Sportjugend“. Die Sportjugend ist          Mitglied in sechs von zwölf Berliner Bezirksjugendringen.

1954      Nach dreijährigen, unerfreulichen Diskussionen wird die Sportjugend in den Landesjugendring Berlin aufgenommen. Das Thema „Sport und Umwelt“ steht auf der Tagesordnung eines Jugendleiterlehrganges der Sportjugend Berlin. In der Jugendbeilage werden Modelle aus den USA zur Begrenzung der Jugendkriminalität durch Sport vorgestellt. Der Sportverband weiht die Sport- und Jugendleiterschule der Sportjugend in Gatow ein.

1959      Durch Gesetz wird ein Vertreter des Sports im Landesjugendwohlfahrtsausschuss verankert.

1961      Vollversammlung der Deutschen Sportjugend in der Berliner Kongresshalle (nach Mauerbau).

1962      Aus der bisherigen Jugendbeilage wird die monatlich erscheinende Zeitschrift ‚die sportjugend berlin‘.

1964      Die Sportjugend Berlin beschäftigt mehrere Betreuer für die „Berlin-Begegnungen“ der bundesdeutschen Schulen und Sportvereine. In den Rehbergen wird das 1. Deutsch-Französische Jugendtreffen veranstaltet.

1966      Die Sportjugend übernimmt den Vorsitz im Landesjugendring Berlin.

1967      Durch das Karlsruher Urteil wird der Vorrang freier Träger in der Jugendarbeit vor staatlichen Angeboten verankert (Subsidiarität). Die Neu-Organisation der Jugendhilfe nimmt ihren Anfang.

1968      Wegen der Studentenunruhen ruft der Präsident des Landessportbundes Berlin die Mitgliedsorganisationen und Vereine auf, sich mit den Forderungen junger Menschen und ihres Protestes auseinanderzusetzen. Der Sportjugendaustausch mit Israel beginnt.

1969      Die Sportjugend Berlin organisiert die a.o. Vollversammlung der Deutschen Sportjugend bei der der Austritt aus dem Deutschen Bundesjugendring beschlossen wird. Der Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ wird in Berlin begründet. Die „Sportliche Jugendbildung“ wird Bestandteil des Bundesjugendplanes und löst in Berlin lebhafte Diskussionen aus.

1970      Die Sportjugend beginnt an der Sportschule mit der Ausbildung von Lizenz-Jugendleitern.

1971      Im Vorfeld der Olympischen Spiele München 1972 veranstaltet die Sportjugend Berlin mit der Deutschen Sportjugend im Olympiastadion ein Umweltfestival „Sport 1980‘“. Im Mittelpunkt steht ein Moderne Dreikampf für Sauberes Wasser, Saubere Luft, Saubere Umwelt.

1972      Der Vorstand der Sportjugend Berlin beschließt die Aufnahme von Sport- und Jugendkontakten zur DDR und Ost-Berlins.

1974      Die Sportjugend startet ihre Offensive „Langes Sitzen macht nicht klüger – Kinder brauchen Bewegung“ zur Psychomotorik im Elementarbereich. Im Bezirk Wedding findet das erste „Deutsch-Türkische Kindersportfest“ statt. Die Sportjugend Berlin besucht in einer Gedenkstättenfahrt Lidice und Prag. Moskau und Leningrad sind die ersten Ziele der Sportjugend in ihren neuen Ostblockkontakten.

 

1977      Auf der Spandauer Zitadelle wird das neue Bildungs- und Verwaltungszentrum der Sportjugend Berlin eingeweiht.

1978      In zwei Kitas für Kinder mit Behinderungen in Tempelhof und im Märkischen Viertel werden 4 Gymnastiklehrerinnen der Sportjugend tätig.

1979      Die Sportjugend übernimmt im Auftrag des Senats die Weiterbildung von Erziehern/Erzieherinnen in der Bewegungserziehung im Vorschulalter. In der Diskothek Metropol wird regelmäßig „Jazz-Dance“ für Behinderte und Nicht-Behinderte (Rollstuhltanz) mit Unterstützung des Senats angeboten.

1980      Der „Deutsch-Türkische Kindertreff“ der Sportjugend Berlin wird mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet. Der Senat veranstaltet mit der Sportjugend die erste Infobörse „Sport und Jugendarbeit“ im Haus am Rupenhorn. Der ‚Neue Rundbrief‘ der Senatsjugendverwaltung widmet sich diesem Thema. Das neue Sportjugendprogramm „Ausländersport“ wird begonnen.

1982      Die Sportjugend diskutiert mit dem Senat von Berlin und dem LSB-Präsidium ihre Thesen zum Jugendprotest und zur Mitbestimmung von Jugendlichen (Trimm Dich durch Mitbestimmung).

1983      Die Sportjugend Berlin eröffnet in Moabit die 1. Beratungsstelle für Ausländer. Der Sportjugendaustausch mit der Türkei wird begonnen.

1985      Gemeinsam mit der TU Berlin stellt die Sportjugend die erste wissenschaftliche Studie zum Verhalten von Fußball-Fans vor.

1986      Der Landessportbund und die Sportjugend Berlin weihen ihren neuen Sitz in den „Stadion-Terrassen“ des Olympiastadions ein (Haus des Sports und Bildungsstätte der Sportjugend).

1987      Als Auftakt der 750-Jahrfeier Berlins veranstaltet die Sportjugend mit der Wirtschaftsinitiative „Impulse der 80-er Jahre“ ein ganztägiges Internationales Kinderfest in der Deutschlandhalle.

1988      Zum Europäischen Kulturjahr (E88) veranstaltet die Sportjugend Berlin internationale Jugendbegegnungen, mehrere Kulturwettbewerbe und ein Europäisches Kinderfest auf dem Olympiagelände mit 40.000 Besuchern.

1989      Am Kottbusser Tor eröffnet die Sportjugend ihren ersten „SportJugendClub“ und bringt damit Bewegung in die Aufgabenstellung der bisherigen städtischen Jugendfreizeitheime.

1990      Das Jahr ist von der friedlichen Revolution und dem Aufbau neuer, gemeinsamer Sportstrukturen zwischen den bisher getrennten Teilen Berlins geprägt. 14 Jugendliche der Sportjugend Berlin aus Ost- und West ziehen in der Nacht vom 2. Zum 3. Oktober vor dem Reichstag die Bundesflagge auf.

1991      Aufnahme des Programms „Kick – Sport gegen Jugenddelinquenz“ der Sportjugend Berlin. Ausweitung der Betreuungsprogramme für Aussiedler und Start der Kampagne „SPORTverein(t)“. Verabschiedung des „Aktionsprogramms Kinder- und Jugendsport 2000“.

1992      Die Sportjugend Berlin beteiligt sich an den Bundesprogrammen zum „Aufbau freier Träger (AfT)“ und gegen „Aggression und Gewalt (AgAG)“. Der Erwerb und Ausbau des „Jugendferienparks“ und der „Europäischen Begegnungsstätte“ in Ahlbeck wird begonnen.

1993      Die Sportjugend Berlin übernimmt große Teile des dreijährigen Landesprogrammes „Jugend mit Zukunft“. Mehrere Sportjugend- und Mädchenclubs sowie Sozialprojekte werden eröffnet. Im Mittelpunkt der Vollversammlung steht das Thema „Jugend und Gewalt“. Die Sportjugend wird Mitglied des Trägervereins der „Werkstatt der Kulturen“ in Neukölln.

1994      In Hohenschönhausen findet das 1. Berliner Kinderfestival statt. Die Parlamentspräsidentin stellt die Ehrenamtskampagne der Sportjugend Berlin vor.

1995      Die Sportjugend beteiligt sich mit innovativen Konzepten am Stadtdialog „Jugend in Berlin“. Unter dem Titel „Jugend braucht Zukunft“ übergibt die Sportjugend Berlin dem Abgeordnetenhaus eine mit Trauerrand versehene „Streichliste“. Die Sportjugend gründet den „Verein für Sport und Jugendsozialarbeit“ (VSJ).

1996      In einem Protestzug vom Kollwitzplatz zum Berliner Rathaus demonstrieren mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche der Sportjugendprojekte gegen die Beendigung des Programms Jugend mit Zukunft.

 

1997      Im Jahr des Kinder- und Jugendsports wird bundesweit zur Fachtagung „Schwung und Bewegung in Jugendhilfe und Sozialarbeit“ eingeladen. In einer Radsternfahrt „Wir radeln für Kinderrechte“ wird Genf erreicht. Die Bildungsstätte der Sportjugend Berlin feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

1998      380.000 Besucher kommen zum 5. Berliner Kinderfestival der Sportjugend nach Hohenschönhausen.

1999      Zehn Jahre Mauerfall werden vor dem Brandenburger Tor gefeiert. Der Jugendevent der Sportjugend und des VSJ in der Arena Treptow steht unter dem Motto „Europa in Bewegung“. Zum 50. Bestehen feiert die Sportjugend Berlin in der Max-Schmeling-Halle eine große Kinder- und Jugendsport-Show „Forever Young“.

2000      Umzug der Bildungsstätte von den Stadion-Terrassen in die frühere Unteroffiziersmesse an der Hanns-Braun-Straße des Olympiaparks.

2001      Scheckübergabe für ‚Kick the ropes‘ durch Edwin Moses, Nadia Comaneci und Boris Becker der Sport for Good Stiftung. Programm des Berliner Fußball-Verbandes mit der Sportjugend und dem Senat „Präventionsmodell Berliner Jugendfußball gegen Gewalt“. Neue Plakatserie „Sport kennt Gegner, aber keine Feinde“ zur Toleranz in Sport und Gesellschaft. Start des „Freiwilligen Sozialen Jahres“ im Sport durch die Sportjugend. SJB-Bundestagung „Sport und soziale Arbeit gegen (rechte) Gewalt und Extremismus“.

 2002     Die Sportjugend beteiligt sich mit einem Marathonparcours Berlin-New York“ am deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest im Garten des Bundeskanzleramtes.

2002      Start des Integrationsprogrammes „Kick on Ice“ der Sportjugend mit Katharina Witt.

2003      Mit der Aufnahme des Bereichs „Körper, Bewegung und Gesundheit“ in das ‚Berliner Bildungsprogramm‘ für Kinder in Tageseinrichtungen wird Bildungsgeschichte geschrieben.

2004      Landessportbund und Sportjugend gründen die gemeinnützige Kindergartengesellschaft „Kinder in Bewegung (KIB“. Die SJB-Kampagne „Kleine kommen ganz groß raus“ führt zu einem Mitgliederanstieg in den Sportvereinen.

2005      Das Projekt „Kick – Sport gegen Jugenddelinquenz“ erhält einen Präventionspreis der Landeskommission gegen Gewalt.

2006      Das Fan-Projekt der Sportjugend beteiligt sich mit einem Fan-Camp an der Fußball-Weltmeisterschaft.

2008      Die Vollversammlung der Sportjugend Berlin verabschiedet eine Resolution zum ‚Kinderschutz‘. Der Verein für Sport und Jugendsozialarbeit gründet die gemeinnützige GSG als zukünftiger Projektträger

 

>>>  wird fortgeschrieben

 

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