Mein Corona-Tagebuch für Januar 2021: Noch kein Land in Sicht.

Sonntag, 31. Januar 2021

Die Vierschanzentournee hat im Corona-Winter ein besonderes Potenzial. Die Fernsehquoten zeigen es: Der Auftakt in Oberstdorf ist nicht nur für Karl Geiger ein Erfolg gewesen, sondern auch für die übertragenden Sender: 5,43 Millionen Zuschauer im ZDF, Marktanteil 25,4 Prozent, bei Eurosport im Schnitt 350.000 Zuschauer, Marktanteil 1,6 Prozent – eine leichte Steigerung zum Vorjahr. Traditionell liegen die Zahlen beim Neujahrsspringen sogar noch höher – und klettern dann weiter, wenn es Richtung Innsbruck und Bischofshofen geht. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die Vierschanzentournee in diesem Corona-Winter, wo das Motto für alle (bis auf die Schanzenprofis) „Zu Hause bleiben“ heißt, eine besonders wichtige Unterhaltungsfunktion übernimmt.

Berliner Zeitung vom 2. Januar 2021

 

Die Bundesliga im Handball unterbricht derzeit ihren Spielbetrieb für die Weltmeisterschaft, die vom 13. bis 31. Januar 2021 in Ägypten stattfindet. Der Aufsichtsratschef des Bundesligisten HS Erlangen, Carsten Bissel, sagt dazu: „Die angebliche Blase in Kairo ist ein Witz. Man hat das Gefühl, dass die Veranstalter gar nicht an einem echten Hygienekonzept interessiert sind. Sie werden sogar Zuschauer zulassen, welch ein Wahnsinn.“ Bissel weiter: „Mein Wunsch wäre, dass die Bundesliga einheitlich sagt, wir gehen das Risiko nicht ein und stellen keine Spieler ab. Alle müssten mitmachen, damit es keine Konkurrenzsituation und keinen spezifischen Ärger für einen Verein gibt. Aber das bekommen wir nicht hin.“ Problematisch sei, dass Funktionäre sich ein einem Interessenkonflikt wegen Ämtern bei der Liga und im Deutschen Handballbund sowie „möglicherweise bald auch im internationalen Handballverband“ befinden würden.

Süddeutsche Zeitung vom 4. Januar 2021

 

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Mein Corona-Tagebuch für Dezember 2020: Ein kalter und stiller Winter für den Sport – Markt und Straßen sind verlassen.

Samstag, 09. Januar 2021

 

 

Zitat aus der Berliner Landesverfassung zum Abschnitt „Grundrechte“ zum Monatsbeginn: „Sport ist ein förderungs- und schützenswerter Teil des Lebens. Die Teilnahme am Sport ist den Angehörigen aller Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen“.

Artikel 32 der Berliner Verfassung

 

Der deutsche Sport war nicht ausreichend auf die Folgen der Corona-Pandemie vorbereitet. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie „Sports Survey 2020“ des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PcW). 37 Prozent der befragten Entscheider bezeichneten die Vorkehrungen der Sportlandschaft in Deutschland im Vergleich zu anderen Bereichen als „unterdurchschnittlich“, 32 Prozent gar als sehr schlecht. Insgesamt waren 780 Entscheider aus mehr als 50 Ländern Teil der Untersuchung, 56 davon für den deutschen Markt.

SID vom 2. Dezember 2020

 

Der Lockdown wird in Deutschland bis zum 10. Januar 2021 verlängert. Darauf haben sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder am 2. Dezember verständigt. Angela Merkel: „Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist“. Weiter erklärte sie, dass Deutschland in der Corona-Pandemie noch „sehr weit entfernt“ von Zielwerten sei und eine sehr hohe Zahl von Todesopfern zu beklagen habe.

Berliner Morgenpost vom 3. Dezember 2020

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Vor 30 Jahren: Der Staatsakt in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober 1990.

Sonntag, 06. Dezember 2020

SPORTGESCHICHTE(N)

Es war ein bewegender Moment in ihrem Leben, vor Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt und Hunderttausenden auf dem „Platz der Republik“ in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober 1990 die Bundesflagge vor dem Reichstagsgebäude aufzuziehen. 14 junge Sportlerinnen und Sportler aus dem ehemaligen West- und Ostteil Berlins waren für dieses historische Ereignis von der Sportjugend ausgewählt worden. Zehn Jahre später trafen sie sich auf Einladung des Magazins „Focus“ noch einmal für eine Fotostory in Berlin. Titel der siebenseitigen Reportage „Die Hoffnungsträger“. Die jungen Erwachsenen berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen im wiedervereinten Deutschland und ließen die Tage um den 3. Oktober noch einmal Revue passieren. Viele lebten noch im Umfeld von Berlin, einige hatten Familien gegründet, arbeiteten als Ärzte, Bankberater, Angestellte und Selbstständige. Mehrere sind heute in Ehrenämtern des Sports zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

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Mein Corona-Tagebuch für November 2020: Exponentiell – Es kommt ein noch einsamerer Dezember.

Sonntag, 06. Dezember 2020

Prof. Dr. Helmut Digel befasst sich in seinem Blog mit der Zurückhaltung des Sports, auf die Corona-Anordnungen der Regierung und das damit verbundene Sportverbot in der Öffentlichkeit laut und deutlich zu reagieren. Ihm fehlt der Protest, und dazu ruft er auf. In vorderster Linie treffen die Verbote den Breitensport in den Vereinen, den Kinder- und Jugendsport bis hin zur individuellen Sportausübung der Bürger. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einer Vereinbarung mit dem IOC bestätigt, dass das aktive Sporttreiben das Beste in Pandemiezeiten ist, da die körperlichen Widerstandskräfte des Menschen durch den Sport gestärkt werden. Ein Sportverbot hält er deshalb für einen Skandal und fragt, warum die Sportlehrerverbände und die Eltern nicht gegen die Einstellung des Schulsports protestieren, ebenso die Sportwissenschaft und deren Universitätsinstitute für Sport, die Sportmediziner, Sportjournalisten und die Sportpolitiker in den Parlamenten, wenn gerade der Sport als wichtiger Teil der Alltagskultur und  preiswerte „Medizin“  für die Volksgesundheit und die Bekämpfung der Pandemie durch Verbote stillgelegt wird? Auch Demonstrationen der Sportorganisationen selbst vermisst er. Prof. Digel schließt mit der Aufforderung: „Der organisierte Sport darf kein devoter Untertan einer fragwürdigen Sportpolitik sein. Mit allen in einer Demokratie zur Verfügung stehenden Mitteln hat der organisierte Sport sich gegen das aktuelle Sportverbot zu wehren und zukünftige Verbote zu verhindern. Die vielen Sporttreibenden in unserer Gesellschaft sind es wert, dass man sich für ihre Interessen einsetzt“.

Sport-quergedacht.de vom 2. November 2020

 

Der für den November angekündigte Lockdown-Light trifft den Sport in allen Bereichen und gefährdet ihn existenziell. Dazu DOSB-Pressesprecher Michael Schirp: „Der zweite Lockdown trifft das Fundament der großen und zugleich verletzlichen Gemeinschaft des deutschen Sports ins Mark“.

DOSB vom 3. November 2020

 

Mit einer Videobotschaft wendet sich Jugendsenatorin Sandra Scheeres an die digital stattfindende Vollversammlung der Sportjugend Berlin. Neben dem Dank an die größte Jugendorganisation der Stadt weist sie auf ihre Initiative im Senat hin, abweichend vom Amateursportverbot Kindern bis zu 12 Jahren das gemeinsame Sporttreiben und Training im Freien zu erlauben. Ein Silberstreifen am Coronahimmel und den von der Sportverwaltung verhängten Restriktionen.

Sportjugend Berlin vom 2. November 2020

 

LSB-Präsident Thomas Härtel hat die unterschiedliche regionale Auslegung der ab 2. November gültigen neuen Corona-Regeln kritisiert. „Irritiert sind wir über die abweichenden Regelungen in den Bundesländern. Aber selbst in den Zuständigkeitsbereichen der Berliner Senatsverwaltungen gibt es unterschiedliche Festlegungen bezüglich der Öffnung der Hallen.“ Er begrüßt die Trainingsmöglichkeiten für Bundes- und Landeskader sowie die Zulassung von sportlichen Aktivitäten für Kinder bis zu zwölf Jahren in festen Gruppen im Freien. Für ihn ist es aber nicht nachzuvollziehen, „warum diese Regel nicht gleich für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen gilt“.

Deutsche Presse Agentur vom 3. November 2020

 

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Mein Corona-Tagebuch für Oktober 2020. Gegenseitig unterstützen und Mut machen!

Sonntag, 08. November 2020

 

LSB-Präsident Thomas Härtel: “Die Wochen werden nun besonders hart. Es wird darauf ankommen, dass wir uns gegenseitig immer wieder unterstützen und Mut machen”.

 

Für den Wintersport haben sich alle Hoffnungen auf eine Rückkehr zur Normalität zerschlagen. Internationale Wettbewerbe und Meisterschaften wurden abgesagt oder verschoben. Die Biathleten sind zu Kompromissen jeglicher Art bereit, weil es um die Lebensgrundlage ihrer Sportart geht. Die für Großveranstaltungen vorgesehenen Corona-Zuschauerzahlen werden durch aktuelle Entwicklungen durchkreuzt, wenn die Austragungsorte plötzlich zu Risikogebieten werden. Auch die Sportarten auf den Eisbahnen und Eiskanälen treffen neue Absagen. Den Eiskunstläufern und Eisschnellläufern droht die Beschäftigungslosigkeit. Es ist vollkommen offen, ob die für die Olympischen Winterspiele in China vorgesehenen Test-Veranstaltungen stattfinden können.

Frankfurter Rundschau vom 1. Oktober 2020

 

Mit der Situation des Schulsports beschäftigen sich Hannes Garten und Vito Su Komaro in einem größeren Beitrag. Probleme gibt es bei Grundschülern, die sich den Hygieneregeln verschließen und immer wieder den im Sport üblichen Körperkontakt suchen. Was passiert in der kalten Jahreszeit, wenn der Draußen-Unterricht nicht mehr möglich ist? Eine passende Antwort auf die Durchsetzung der Coronaregeln stellt Lehrer und Schüler unter Druck und überfordert den Schulsport. Die Angst beginnt schon beim Umziehen, wenn nicht genügen Kabinen für die Klassen bereitstehen und Sichtschutzwände in Hallen aufgestellt werden müssen. Das gilt auch für die Oberschulen. Der Mindestabstand kann beim Sport nicht eingehalten werden, dazu kommt das Auf- und Absetzen der Masken. Wenn dann noch die Desinfektionsregeln nicht eingehalten werden, steigt das Infektionsrisiko. Auch gegenüber den Risikogruppen der Lehrer, Eltern und Großeltern, Schulsport unter Angst – das geht nicht.

Tagesspiegel vom 2. Oktober 2020

 

Der Senat von Berlin handelt: Die Explosion der Coronazahlen in Berlin führt zu drastischen Einschränkungen für die Bevölkerung. Dazu gehören die erstmalige Einführung einer Sperrstunde ab 23 Uhr und ein Alkoholverbot sowie Beschränkungen beim Zusammentreffen von Bürgern drinnen und draußen. Ganz Berlin wird Risikogebiet.

RBB vom 6. Oktober 2020

 

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Mein Corona-Tagebuch für August und September 2020. Neue Formel: Mehr Akzeptanz = weniger Infektionen.

Sonntag, 04. Oktober 2020

 

Die Volleyball Bundesliga hat ein Konzept zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs vorgelegt. Es ist die Grundlage für einen national einheitlichen Spielbetrieb, vergleichbare Bedingungen für Aktive, bestmöglichen Schutz für alle Beteiligten und Regeln für die Zulassung von Zuschauern. Die im März abgebrochene Saison soll für die Frauen am 3. Oktober und für die Männer am 17. Oktober aufgenommen werden. Es gilt, beim vorgelegten Konzept „auf Sicht zu fahren“, so Klaus-Peter Jung von der VBL.

Focus online vom 1. August 2020

 

Im neuen Olympiastadion von Tokio wird am 23. August ein erstes Leichtathletik-Meeting ausgetragen. Ausgetragen werden neun Männer- und Frauenwettbewerbe. Hauptsächlich auf nationaler Ebene und mit in Japan trainierenden kenianischen und äthiopischen Athleten.

SID vom 1. August 2020

 

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Sportgeschichte(n) aus “Sport in Berlin”

Mittwoch, 02. September 2020

Sport in Berlin vom Juni/Juli 2020

Vor 100 Jahren

In Anwesenheit des Reichspräsidenten Friedrich Ebert wird am 15. Mai 1920 in der Berliner Universität die „Deutsche Hochschule für Leibesübungen“ gegründet. Träger der Hochschule sind die im Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen vertretenen Sportverbände und die Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege. Sitz der Hochschule ist das Deutsche Stadion mit dem ab 1925 errichteten „Deutschen Sportforum“ (heute Olympiagelände). Die Hochschule wird 1934/35 geschlossen.

 

Vor 50 Jahren

In Berlin wird am 16. März 1970 die Kampagne „Trimm Dich durch Sport“ gestartet. Sie wird die größte Sozial-Marketing-Kampagne in Deutschland werden. Die Mitgliederzahlen im Deutschen Sportbund verdoppeln sich in zwei Jahrzehnten. Das lustige Maskottchen „Trimmy“ bringt eine ganze Nation auf Trab. DSB-Trimmvater Jürgen Palm entwickelt von Jahr zu Jahr neue Schwerpunkte für alle Alters- und Zielgruppen. Volksläufe und Trimmspiele werden veranstaltet, Trimm-Dich-Pfade in Wäldern gebaut, Ausdauersport und Geselligkeit im Verein propagiert. Die Devise heißt „Sport für alle“ und führt zum heutigen Gesundheitssport und dem von den Ärzten empfohlenen „Rezept für Bewegung“. Eine Erfolgsgeschichte, sicher über Corona hinaus.

 

Mit dem „Sporthistorischen Kabinett“ in der KJS Werner Seelenbinder in Berlin (Ost) wird das Sportmuseum Berlin begründet. Nach der friedlichen Revolution wird es 1990 dem Magistrat übergeben und gelangt dann über das Stadtmuseum in die Verwaltung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Als LSB-Mitgliedsorganisation besteht in Berlin (West) seit 1976 das Forum für Sportgeschichte, der jetzige Fördererverein des Sportmuseums. Das Museum hat seinen Sitz im Olympiapark und hofft auf den Abschluss der Bauarbeiten für die Dauerausstellung unter dem Glockenturm des Maifeldes. Eigentlich sollte diese zum Turnfest 2017 eröffnet werden, die Bauarbeiten werden sich aber noch bis 2022 (oder später?) hinziehen. Eine alte „Berliner Krankheit“.

 

mni-

Mein Corona-Tagebuch: Juni/Juli 2020 – Bewegte Pausen oder Bettgymnastik?

Mittwoch, 02. September 2020

 

Der Deutschland-Achter geht wieder aufs Wasser. Ruder-Bundestrainer Uwe Bender begrüßt den Wiederbeginn des Trainings im Großboot nach der Corona-Pandemie: „Es ist absolut wichtig für uns, dass wir wieder einen relativ normalen Sportbetrieb durchführen können und beim Training andere Möglichkeiten als bislang haben.“

sid vom 1. Juni 2020

 

Tennis-Stars kommen nach Berlin. Die Freude über das Pilotprojekt ist groß, ein internationales Tennisturnier im Steffi-Graf-Stadion auf Rasen und im Hangar des Tempelhofer Flughafens auf Hartplatz zu veranstalten. Berlin ist vom 13. bis 19. Juli weltweiter Vorreiter.

Berliner Zeitung vom 1. Juni 2020

 

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Mein Corona-Tagebuch: April/Mai 2020 – Der Weg zur Normalität ist noch lang.

Freitag, 10. Juli 2020

 

 

Nach Meinung nahezu aller Virologen geht es im Kern der Maßnahmen gegen Corona um die Vermeidung von direkten Kontakten, nicht um die Vermeidung von Bewegung. Prof. Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Institut für Tropenmedizin: Sport ist förderlich für die Gesundheit, auch jetzt. Insbesondere auch allein im Freien. Das sorgt Stresssituationen vor, die zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen können. Sein Kollege Prof. Christian Drosten von der Charité sieht besonders auch die Förderung der psychischen Stabilität durch Sport positiv.

Deutsche Welle vom 3. April 2020

 

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Mein Corona-Tagebuch: März 2020 – Ein Monat, der die Gesellschaft und den Sport verändert.

Montag, 11. Mai 2020

Das neuartige Coronavirus hat sich seit 26. Dezember 2019 explosionsartig über China, Japan und Südkorea ausgebreitet und im Januar 2020 Europa erreicht. Risikogebiete sind nach wenigen Wochen Italien/Lombardei und Spanien/Madrid. Deutschland wird mit Nordrhein-Westfalen, Bayern und dem Saarland zuerst betroffen. Die Bundesregierung bildet einen Krisenstab und beschließt einen Maßnahmenkatalog. Das Robert-Koch-Institut übernimmt die tägliche Information der Regierung und Bevölkerung. Der Norddeutsche Rundfunk schaltet einen regelmäßigen Podcast mit dem Virologen Prof. Dr. Christian Drosten von der Charité. Berlin meldet den ersten Infizierten. Das Leben ändert sich.

Stand am 1. März 2020

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