Meine-Corona Chronik für August 2021: Vierte Welle – kein Lockdown für Geimpfte.

Montag, 13. September 2021

 

Zunehmend beschäftigt sich die Medizin mit den gefährlichen Langzeitfolgen von Covid-19 für Genesene. Das hat auch Auswirkungen auf den Sport: Die Forschung schätzt, dass alleine in Deutschland mindestens 500 Sportlerinnen und Sportler an Long Covid leiden. Symptome wie Muskelschwäche und ein erhöhter Ruhepuls können den Anschluss an die Weltspitze und damit die weitere Sportkarriere für sie unmöglich machen.

ARD-Sportschau vom 1. August 2021

 

Die Beschwerden von positiv auf Corona getesteten Athletinnen und Athleten in Tokio werden lauter und die praktizierten Bedingungen der Quarantäne sind fragwürdig. Die taz schreibt von einem „Hotel des Schreckens“ und meint das Nice Hotel in Tokio, ein hässlicher Kasten im Zentrum der Stadt. Positiv getestete Olympia-Teilnehmer(innen) müssen sich 10 bis 14 Tage in totaler Isolation aufhalten. Das OK meldet Anfang der Woche 450.000 Tests, davon O,01 Prozent mit positivem Ergebnis. Damit dürfte ein Gutteil der insgesamt 264 Positiven mit einem falsch-positiven Ergebnis zu Unrecht in Quarantäne sitzen.

taz vom 2. August 2021

 

Prof. Dr. Detlef Kuhlmann kommentiert die Auswirkungen von Corona auf den Schulsport und zitiert einen längeren Beitrag in der FAZ mit dem Titel „Schulsport fällt aus“ zum Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“: „Der Wettkampf wird den Schülern immer fremder. Die Vereine erleben eine Austrittswelle von Kindern und Jugendlichen. Was können ihnen die Olympischen Spiele noch sagen?“ Das bedeutet für ihn nicht das Ende des größten Schulsportwettbewerbs der Welt, der seit 2020 pandemiebedingt ausfallen musste. Ganz im Gegenteil, die Schulsportstiftungen hat längst mit der KMK und den Sportverbänden den Wettbewerb modernisiert und einen neuen alternativen Wettbewerb ins Leben gerufen. Die sogenannte „Schulsport-Stafette“ öffnet den Bundeswettbewerb und führt z.B. eine Aktionswoche an den Schulen ein. Der offizielle Start findet am 9. August in Berlin statt. Damit kommt es auch bei „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ zum Neubeginn, ganz im Sinne der DOSB-Kampagne „Comeback der Bewegung“ für den Vereinssport.

DOSB-Presse vom 3. August 2021

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Vor 100 Jahren: Die heutigen “Stadion-Terrassen” des LSB Berlin werden 1914 Reservelazarett.

Mittwoch, 08. September 2021

Ersatz für den gecrashten Beitrag von 2014

 

Das weltweite Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 erinnert uns auch an ein Kapitel der Sportgeschichte, das mit dem heutigen ‚Haus des Sports‘ am Olympiastadion unmittelbar zu tun hat:

Die „Stadion-Terrassen“ waren von 1914 bis 1918 Reservelazarett für 550 Verwundete.

Der Sitz des Landessportbundes (LSB Berlin) entstand 1909 unter dem Namen „Waldhaus“ als Hauptrestaurant der bis nach Ruhleben reichenden „Grunewald-Rennbahn“ des traditionsreichen Union-Clubs. Seit 2019 trägt er den Namen “Manfred-von-Richthofen Haus”.

 

Rennbahnrestaurant “Waldhaus” als Reservelazarett (LSB-Archiv/Kees Tazelaar)

 

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Daten zur Berliner Sportgeschichte – Teil I von 1334 bis 1899

Freitag, 27. August 2021

Ersatz für den gecrashten Beitrag von 2011

 

Königskette der Schützengilde Spandau Korporation 1334
(Foto: Kunstamt Spandau/Rau 1985)

 

1334

Sportschießen: Gründung der Schützengilde zu Spandau.

1335

Sportkegeln: Die Stadt Berlin erlässt eine Verordnung, nach der „höchstens um 5 Schillinge gekegelt werden dürfte“.

1351

Sportstätten: Das Tempelhofer Feld, die spätere Geburtsstätte des Volks- und Breitensports, kommt anlässlich des von Markgraf Ludwig zwischen Berlin und Cölln geschlossenen Friedens in öffentlichen Besitz.

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Vor 60 Jahren: Meine Erinnerungen an den Mauerbau am 13. August 1961.

Freitag, 13. August 2021

 

Der Mauerbau am 13. August 1961 ist mir in bleibender Erinnerung: Nicht nur, dass unsere Familien auf Jahrzehnte getrennt wurden, sondern das auch der Berliner Sport im ausbrechenden „Kalten Krieg“ immer mehr Schaden nahm und viele Freundschaften vergiftet wurden.

Am Tag selbst war ich im Sommerbad meines Vereins am Neuköllner Schifffahrtskanal, Sport treiben, Erholung und Faustballspielen auf dem „Platz an der Sonne“ waren angesagt. Ein Turnfreund brachte mehrere Extrablätter der „Berliner Morgenpost“ mit, eines habe ich aufgehoben, genauso wie jenes des „Tagesspiegels“ vom plötzlichen Mauerfall. Einen Tag später, am Montag, dem 14. August 1961, war ich dabei, als die mit Maschinenpistolen bewaffneten Grenzer die Mauersteine hinter dem Sportplatz Maybachufer aufschichten ließen und ich meine Arme wegnehmen musste, weil die „Bauarbeiter der DDR“, so Walter Ulbricht, die nächste Schicht mauerten. Einer dieser Steine liegt in meinem Keller, ich habe ihn 28 Jahre später mitgenommen.

Quelle: BM für Gesamtdeutsche Fragen.

 

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Meine Corona-Chronik für Juli 2021: Leise olympische Spiele und eine vierte Welle – wie geht’s weiter?

Freitag, 30. Juli 2021

Der Bayerische Landessportverband und die Bayerische Sportjugend haben den Beschluss der Landesregierung begrüßt, als Ersatz für den Ausfall des Schulsports durch Corona den Beitritt zu den Sportvereinen zu erleichtern. So übernimmt der Freistaat für alle Grundschüler im kommenden Schuljahr den Jahresbeitrag bei Neueintritten in einen bayerischen Sportverein in Höhe von bis zu 30 Euro. Darüber hinaus erhalten Vorschulkinder und Erstklässler des Schuljahres 2021/22 zum ersten Kita- bzw. Schultag einen Gutschein über 50 Euro für einen Kurs zum Erwerb des Seepferdchens im Schwimmen.

BLSV vom 1. Juli 2021

 

Mehrere Faktenchecks beschäftigen sich mit dem Corona-Infektionsrisiko in Fußballstadien, speziell im Rahmen der Europameisterschaften. Gravierend sind die Meldungen der schottischen Gesundheitsbehörden über die Untersuchungen von Fans nach ihrer Rückkehr von Fußballspielen. So hatten 1.991 auf Corona positiv getestete Fans zuvor EM-Events in Glasgow und London besucht oder an Übertragungen in den Pubs und an privaten Feiern teilgenommen. 397 infizierte Fans besuchten das Spiel England – Schottland im Wembley-Stadion am 18. Juni und haben mit großer Wahrscheinlichkeit unbewusst das Virus verbreitet haben. Und dass, obwohl alle Besucher nach den Bestimmungen der UEFA ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen oder nachweislich geimpft oder genesen sein mussten. Nach Meinung der Virologen haben sie zwischen den vor 48 Stunden erfolgten Testungen und der Anreise zum Stadion das Virus übertragen, vor allem durch einige Superspreader. Die Gefahr, sich bei im Freien stattfindenden Fußballspielen zu infizieren, wird gering eingeschätzt. Begrenzung von Besucherzahlen und die Einhaltung der Mindestabstände sind hier ausreichend.

Deutsche Welle vom 2. Juli 2021

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Sportgeschichte(n) aus “Sport in Berlin”

Mittwoch, 28. Juli 2021

Vor 75 Jahren

Das Post-Stadion in Berlin-Moabit ist Schauplatz des ersten „Abendsportfestes“ der Leichtathleten (19.6.46).

Vor 70 Jahren

Der Vorstand des Sportverbandes Berlin bestätigt seine ablehnenden Beschlüsse zur Zusammenarbeit mit dem Ost-Berliner Sportausschuss. Es wird über die Teilnahme an einem „Kulturmonat“ diskutiert, der vom Magistrat als Gegenveranstaltung zu den „Weltjugendfestspielen“ im Ostteil der Stadt vorgeschlagen wird 7.6.51).

Vor 60 Jahren

Mit dem Bau der Mauer in Berlin werden die letzten Ost-West-Sportkontakte unterbrochen und am 16. August vom Deutschen Sportbund (DSB) auf unbestimmte Zeit „eingefroren“ (13.8.61).

Vor 55 Jahren

In seinem Jahresbericht zur Mitgliederversammlung begrüßt der Sportverband das 200.000 Vereinsmitglied. Der Berliner Sport beteiligt sich an dem vom DSB propagierten „Zweiten Weg“ und beschließt dafür umfangreiche Förderungsprogramme für Frauen, Männer über 25 Jahre und Familien (8.6.66). Im Ost-Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark findet die 1. Zentrale Kinder- und Jugendspartakiade in den Sommersportarten statt 824.-31.7.66).

Vor 50 Jahren

Das Ruderzentrum am Hohenzollernkanal wird eingeweiht. Die Errichtung von weiteren 10 Landesleistungszentren ist vorgesehen (14.7.71).

Vor 35 Jahren

Auf Einladung des Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik (NOK) treffen sich in Berlin die noch lebenden Medaillengewinner der Olympischen Spiele von 1936. Zum Programm gehören eine Kranzniederlegung durch Willi Daume und Heinz Galinski in Plötzensee und (politisch überraschend) durch Willi Daume und Peter Hanisch am Grab von Werner Seelenbinder im Stadion Neukölln (15.8.86).

Vor 30 Jahren

In Kreuzberg erfolgt die Uraufführung des 50 Minuten Videofilms „Mit einem Bein in Deutschland geboren“ durch die Sportjugend Berlin. Akteure sind Mädchen und Frauen der Volleyballabteilung von Umutspor unter Anleitung einer deutschen und einer türkischen Regisseurin (7.6.91).

Vor 20 Jahren

Der unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters ausgeschriebene Fotowettbewerb „Sport ist farbig“ wird vom Landessportbund und der Sportjugend im Horst-Dohm-Eisstadion Wilmersdorf vorgestellt (11.7.01).

Vor 15 Jahren

In Berlin finden die Weltmeisterschaften im Fußball statt. Dazu gehören auch ein von der Sportjugend organisiertes „Fan-Camp“ im Poststadion und die Eröffnung des 1. Teils des vom Senat errichteten „Geschichtspfades“ auf dem Olympiagelände (6.6.-10.7.06).

 

Erstveröffentlichung

in “Sport in Berlin” – 04 / 2021

 

 

 

 

Sportgeschichte(n) aus “Sport in Berlin”

Sonntag, 04. Juli 2021

Vor 70 Jahren

Der Vorsitzende des Sportverbandes Berlin, Gerhard Schlegel, begrüßt anlässlich der 1. Deutschen Sport-Ausstellung auf dem Berliner Messegelände die Teilnehmer der 5. Deutschen Meisterschaften im Basketball. Gerhard Schlegel: „Berlin und seine Sportler freuen sich über jeden Gast, der den erschwerten Weg zu unserer leider auch sportlich fast isolierten Insel findet.“

 

Vor 60 Jahren

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willi Brandt, und der Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, Ernst Lemmer, sprechen in der Neuköllner Hasenheide anlässlich der 150. Wiederkehr der Gründung des ersten deutschen Turnplatzes durch Friedrich-Ludwig Jahn. Der Bezirk Neukölln gibt seiner ersten Großsporthalle am Columbiadamm den Namen „Jahn-Sporthalle“.

Mit dem Mauerbau endet der Sportverkehr zwischen West- und Ost-Berlin. Aus Solidarität kommt es zu einer Tagung aller Spitzenverbände und Landessportbünde in der Berliner Kongresshalle. Der Bund und die Länder beschließen einen „Berlin-Plan“, der Sportbegegnungen und Aufenthalte von Schulklassen zwischen den getrennten Teilen Deutschlands fördert und unterstützt.

 

Vor 50 Jahren

In einer gemeinsamen Erklärung protestieren der Landessportbund und der Senat von Berlin gegen die von der Sowjetunion praktizierte Visaverweigerung für West-Berliner Aktive bei internationalen Wettkämpfen.

Der LSB-Vorsitzende Gerhard Schlegel nimmt wiederholte Einwände des Rechnungshofes zum Anlass, die Mitgliedsorganisationen auf die Erhebung höherer Mitgliedsbeiträge hinzuweisen und damit auch ihre „eigene Selbständigkeit und Zukunftssicherung“ zu stärken.

In Berlin findet die Bundesauswahl für das „Olympische Jugendlager“ in München 1972 statt. Die Deutsche Sportjugend und die Sportjugend Berlin veranstalten im Rahmenprogramm ein Fußballspiel in der Jugendstrafanstalt Plötzensee und ein Umweltfestival „Sport 1980“ im Olympiastadion mit der Siegerehrung durch den DSB-Präsidenten Dr. Wilhelm Kregel.

 

Erstveröffentlichung

in “Sport in Berlin”, 03 –  2021

 

Meine Corona-Chronik für Juni 2021: Angst vor Experimenten.

Freitag, 02. Juli 2021

 

 

Mit dem höheren Impfstatus der Bevölkerung und dem Rückgang der Inzidenzwerte rückt die Wiederaufnahme des Amateursports näher. So kommt es in den Bundesländern zur Öffnung von Sportstätten, nicht nur draußen, sondern jetzt auch innen. Auch Zuschauersport ist in einigen Modellen wieder möglich. Claus Vetter stellt fest „Ein Stück Lebensqualität kehrt zurück“. Die Menschen haben sich geändert in den zurückliegenden Zeiten, auch aus Vorsicht und Angst. Übertreiben wollen wir nicht, aber der Besuch bei einer Sportveranstaltung sollte nun drin sein und die Zerstreuung bringen, die uns so lange gefehlt hat. Amateure, Profis und Zuschauer können sich freuen.

Tagesspiegel vom 1. Juni 2021

 

Die Deutsche Presse-Agentur beschäftigt sich mit den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten anlässlich der Finals in Braunschweig. Viele Kandidaten für Tokio fehlen und trüben allgemein die Olympia-Aussichten der Aktiven. Darunter auch der Berliner Olympiasieger Christoph Harting. Corona hat das Training so gebremst, dass Chefbundestrainerin Annett Stein „sehr besorgt ist“. Die Sorge des DLV gilt nicht nur den Verletzten, sondern auch dem einen oder anderen noch nach der Olympia-Form suchenden Athleten.

Süddeutsche Zeitung vom 3. Juni 2021

 

Auch im Pressedient des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gehen die Coronameldungen immer mehr zurück. Nun geht es wieder um Tokio, Klima- und Biodiversität sowie die eigenen Führungsprobleme des Dachverbandes und eine bevorstehende Vertrauensfrage.

DOSB vom 8. Juni 2021

 

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Meine Corona-Chronik für Mai 2021: Licht am Ende des Tunnels?

Montag, 21. Juni 2021

 

Dass große Sportvereine durch die Pandemie stärker betroffen stellt das Statistische Bundesamt fest: Rund 7,3 Millionen Mädchen und Jungen bis zum Alter von 18 Jahren konnten der Auswertung zufolge im Jahr 2020 wegen der Pandemie nicht mehr in ihren Vereinen trainieren. Auch die vor allem in der Gesundheitsprävention aktiven Senioren sind besonders stark vom Sport-Lockdown betroffen. Von den 22,5 Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 60 sind, waren laut Mitteilung 20,8 Prozent oder 4,7 Millionen in einem Sportklub. Größere Vereine trifft die Pandemie überraschend oft härter als kleinere. Tobias Nordmann sieht dafür vielschichtige Gründe. So sind die Beiträge oft höher, weil eigene große Anlagen unterhalten und hauptamtliche Trainerinnen und Trainer beschäftigt werden. Im vereinseigenen Fitnessstudio oder beim Kinderschwimmen werden oft Zusatzbeiträge erhoben. Eltern, die in Kurzarbeit oder in ihrer Existenz bedroht sind, überlegen da schon eher einen Vereinsaustritt aus einem Großverein als einem kleinen Klub. Eine Sorge haben alle, dass zum Schluss viele sportwillige Kinder auf der Strecke bleiben und für sie ein Neuanfang nach Corona schwer wird.

ntv vom 1. Mai 2021

 

Mediziner beschäftigen sich mit der Frage, in welchem Ausmaß Covid-19-Erkrankte nach ihrer Genesung wieder mit körperlicher Aktivität bis hin zu Wettkampfsport beginnen können. Britische Wissenschaftlicher raten zur Vorsicht und schrittweisen Annäherung an frühere Sportgewohnheiten, insbesondere bei chronischen Vorerkrankungen. Die Wiedergewinnung der körperlichen Aktivität ist ein wichtiger Schritt zur Gesundheit, allerdings mit Risiken belastet und deshalb nur Schritt für Schritt zu empfehlen. Das Führen eines Tagebuches oder eine digitale Erfassung der Körperdaten wie Trainingsverlauf, evtl. Stimmungsänderungen, Herzfrequenz und Belastungen sind erforderlich und müssen notfalls zu Einschränkungen der körperlichen Belastung führen.

Deutsche Apotheker-Zeitung vom 3. Mai 2021

 

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Der Anschluss der völkischen Turnvereine an die Deutsche Turnerschaft 1933.

Dienstag, 01. Juni 2021

Vor 130 Jahren gab es den ersten Arierparagraphen im Vereinssport.

( Ersatz für den gehackten Beitrag vom 19. August 2017 )

Eigentlich war das Wort „völkisch“ in den letzten Jahrzehnten aus unserem Sprachgebrauch so gut wie verschwunden. Jetzt begegnet man ihm täglich. In Verbindung mit den Flüchtlingsströmen und der Angst vor ‚Fremden‘ wird es in die Schlagzeilen der Zeitungen und Meldungen gespült. Wieder in Verbindung mit Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus wie schon vor mehr als 150 Jahren. Wir wissen nicht, wie es in Osteuropa, in Österreich und Frankreich, ja auch in Deutschland, weitergeht. Jedenfalls nehmen Rassismus und Fremdenhass inzwischen Einfluss auf die Innenpolitik und das Zusammenleben und Miteinander von Menschen in Europa. Das geht auch nicht am Sport vorbei.

Seit dem Wegbrechen der „Sportgeschichte“ an unseren Universitäten sind es Einzelkämpfer, Historiker, Journalisten und Antisemitismusforscher, denen es gelingt, die Zeitgeschichte des Sports der Öffentlichkeit zu vermitteln. Zum Beispiel im Zusammenhang mit Sportevents wie Olympischen Spielen oder den Maccabi Games. Es gibt aber auch Laien, einfach nur Sportbegeisterte, die in „Geschichts-Arbeitskreisen“ Licht in das Dunkel ihrer Sportarten und Sportvereine bringen wollen. Ehrenamtlich und aus Passion. Sie forschen in alten Mitgliederlisten, in Vereinsregistern der Amtsgerichte und in den nur selten noch vorhandenen Vereinszeitungen, was zum Beispiel 1933 mit ihren jüdischen Vereinskameraden passierte, wer Opfer und – oft im vorauseilenden Gehorsam – Täter war. Sie brechen das Schweigen und Verschweigen der Vorkriegsgeneration.

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