Archiv für die Kategorie ‘Sportchronik’

Programme der Sportjugend Berlin zur Sporteinheit

Mittwoch, 29. April 2026

Motto der Sportjugend Berlin:

Sport macht Spaß und bringt Kontakt!

 

1989

Unterstützung von Begegnungen im Kinder- und Jugendsport

durch finanzielle Hilfen der Sportjugend und des NOK der Bundesrepublik

Einweihung des ersten SportJugendClubs in Kreuzberg

als Modell für Stadtteilprojekte in Ost-Berlin

Volleyball-Stadtauswahl der weibl. Jugend A aus Istanbul in Berlin

Spiele gegen die Stadtauswahl des VVB und des TSV Rudow

 

1990

Aktionsprogramm Kinder- und Jugendsport 2.000

als Teil des zukünftigen LSB-Freizeitsportplans

1000 Kinder aus West und Ost im Olympiastadion

Anstellung von Vereinsberatern und Regionalkoordinatoren

Sportjugend-Events in Berlin (Ost) und Potsdam

Gründung der Sportjugend der DDR und der Sportjugend Berlin e.V.

Bildungsoffensive der Sportjugend Berlin in den Neuen Bundesländern

Berliner Stadtauswahl Fußball-Jugend B nach Istanbul und Nord-Zypern

Gründung der Sportjugend in den Neuen Bundesländern

Fahnenhissung der Sportjugend Berlin

vor dem Reichstagsgebäude am 3. Oktober 1990

Auflösung der Sportjugend Berlin (Ost) zum Jahresende

 

 

1991

Sommer der Begegnung

Ferien bei Sport und Spiel im Umland

Gründung von Arbeitsgemeinschaften der Sportjugend

in den Ostberliner Bezirken nach dem Jugendhilferecht

Frühere DTSB-Sportwerbegruppe in Istanbul, Ankara und Nord-Zypern

AGAG-Programm des Bundes im SportJugendClub Lichtenberg

Gründung des Frauensportzentrums HEDA in Lichtenberg

Mehr als 500 Mitarbeiter(innen) in Programmen der Bundesanstalt für Arbeit

Initiative SPORTverein(t) des Regierenden Bürgermeisters

 

1992

Programm zur Anstellung von Jugendtrainern

Programm zum Aufbau freier Träger der Jugendhilfe

Kooperationsvertrag mit der Brandenburgischen Sportjugend

Ausweitung der Sporthelferkurse an der Jugendbildungsstätte

Betriebsbeginn der Sport für Berlin gGmbH mit 220 Personalstellen

Erwerb des Jugendferienparks Ahlbeck/Usedom

Eröffnung der Kontakt- und Beratungsstelle in Marzahn

Fußballjugend-Auswahl Brandenburg in Istanbul und Nord-Zypern

Ausweitung des Fan-Projektes und des Projektes Kick gegen Jugenddelinquenz

 

1993

Olympiatage des Kinder- und Jugendsports im Olympiastadion

Sonderprogramm „Berlin bewegt sich“ mit Verbänden und Vereinen

Wasserspektakel, Eiszirkus und Sportfasching im FEZ Wuhlheide

Sportjugend-Projekte zu „Jugend mit Zukunft“ mit 100 Personalstellen

Aufbau von SportJugendClubs, Mädchensportzentren und Mobilen Teams

Errichtung von Skater-Rampen, BMX-Parcours und Klettertürmen

Erste Schoolfinals im Streetball mit dem Basketballverband

 

 

1994

Erstes Kinder- und Jugendfestival im Sportforum Hohenschönhausen

Bewegungswochen zum Mädchen- und Frauensport

 

 

1995

Jahr des Ehrenamtes

Stadtauswahl Istanbul weibl. Jugend A in Berlin und Potsdam

Weibl. Volleyball-Jugend A des CJD in Istanbul und Mugla

 

1996

Demonstrationszug der Sportjugend Berlin

„Jugend braucht Zukunft“ zum Roten Rathaus

Gründung des Vereins für Sport und Jugendsozialarbeit

Weibl. Volleyball-Jugend A des VC Olympia in Istanbul und Izmir

 

 

1997

Jahr des Kinder- und Jugendsports

Stadtauswahl Istanbul weibl. Volleyball-Jugend A in Berlin und Eichwalde/Potsdam

 

 

1998

Weibl. Volleyball-Jugend A des VC Olympia in Istanbul und Izmir

 

 

1999

Event 10 Jahre Mauerfall am Brandenburger Tor

Wahlforderungen „Jugend wählt Sport“ der Sportjugend  Berlin

 

 

2000

20. Deutsch-Türkische Sport- und Jugendbegegnung

Weibl. Volleyball-Jugend A des VC Olympia in Istanbul und Izmir

Daten zur Jugend- und Sozialarbeit der Sportjugend Berlin

Mittwoch, 29. April 2026

 

1945      Anordnung der Alliierten Kommandantur: Jugendverbände müssen von Erwachsenenverbänden unabhängig sein und ein ‚Jugendleben nach eigener Ordnung‘ führen.

1948      Im Jahr der Währungsreform entstehen unterschiedliche Strukturen der Jugendarbeit in West und Ost. Abspaltung von Ost- und West-Berlin durch die Blockade.

1949      Gründung des Sportverbandes Groß-Berlin (heute LSB) als ‚Verband der Vereine‘. Gustav Schulze wird zum Jugendwart gewählt. Erster Jugendleiter-Lehrgang im Haus am Rupenhorn.

1950      Gründung der Deutschen Sportjugend. Die Sportjugend Berlin betreibt ihr erstes Ferienlager in Heiligenhafen/Ostsee.

1951      Der Sportverband Berlin wird mit knapper Mehrheit ein ‚Verband der Verbände‘.

1952      Die Sportjugend Berlin organisiert das Bundesauswahllager der Jugend für die Olympischen Spiele in Helsinki.

1953      Die erste ‚Jugendordnung‘ der Sportjugend Berlin wird verabschiedet. Im Verbandsorgan Berliner Sport erscheint monatlich die Beilage „Berliner Sportjugend“. Die Sportjugend ist          Mitglied in sechs von zwölf Berliner Bezirksjugendringen.

1954      Nach dreijährigen, unerfreulichen Diskussionen wird die Sportjugend in den Landesjugendring Berlin aufgenommen. Das Thema „Sport und Umwelt“ steht auf der Tagesordnung eines Jugendleiterlehrganges der Sportjugend Berlin. In der Jugendbeilage werden Modelle aus den USA zur Begrenzung der Jugendkriminalität durch Sport vorgestellt. Der Sportverband weiht die Sport- und Jugendleiterschule der Sportjugend in Gatow ein.

1959      Durch Gesetz wird ein Vertreter des Sports im Landesjugendwohlfahrtsausschuss verankert.

1961      Vollversammlung der Deutschen Sportjugend in der Berliner Kongresshalle (nach Mauerbau).

1962      Aus der bisherigen Jugendbeilage wird die monatlich erscheinende Zeitschrift ‚die sportjugend berlin‘.

1964      Die Sportjugend Berlin beschäftigt mehrere Betreuer für die „Berlin-Begegnungen“ der bundesdeutschen Schulen und Sportvereine. In den Rehbergen wird das 1. Deutsch-Französische Jugendtreffen veranstaltet.

1966      Die Sportjugend übernimmt den Vorsitz im Landesjugendring Berlin.

1967      Durch das Karlsruher Urteil wird der Vorrang freier Träger in der Jugendarbeit vor staatlichen Angeboten verankert (Subsidiarität). Die Neu-Organisation der Jugendhilfe nimmt ihren Anfang.

1968      Wegen der Studentenunruhen ruft der Präsident des Landessportbundes Berlin die Mitgliedsorganisationen und Vereine auf, sich mit den Forderungen junger Menschen und ihres Protestes auseinanderzusetzen. Der Sportjugendaustausch mit Israel beginnt.

1969      Die Sportjugend Berlin organisiert die a.o. Vollversammlung der Deutschen Sportjugend bei der der Austritt aus dem Deutschen Bundesjugendring beschlossen wird. Der Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ wird in Berlin begründet. Die „Sportliche Jugendbildung“ wird Bestandteil des Bundesjugendplanes und löst in Berlin lebhafte Diskussionen aus.

1970      Die Sportjugend beginnt an der Sportschule mit der Ausbildung von Lizenz-Jugendleitern.

1971      Im Vorfeld der Olympischen Spiele München 1972 veranstaltet die Sportjugend Berlin mit der Deutschen Sportjugend im Olympiastadion ein Umweltfestival „Sport 1980‘“. Im Mittelpunkt steht ein Moderne Dreikampf für Sauberes Wasser, Saubere Luft, Saubere Umwelt.

1972      Der Vorstand der Sportjugend Berlin beschließt die Aufnahme von Sport- und Jugendkontakten zur DDR und Ost-Berlins.

1974      Die Sportjugend startet ihre Offensive „Langes Sitzen macht nicht klüger – Kinder brauchen Bewegung“ zur Psychomotorik im Elementarbereich. Im Bezirk Wedding findet das erste „Deutsch-Türkische Kindersportfest“ statt. Die Sportjugend Berlin besucht in einer Gedenkstättenfahrt Lidice und Prag. Moskau und Leningrad sind die ersten Ziele der Sportjugend in ihren neuen Ostblockkontakten.

 

1977      Auf der Spandauer Zitadelle wird das neue Bildungs- und Verwaltungszentrum der Sportjugend Berlin eingeweiht.

1978      In zwei Kitas für Kinder mit Behinderungen in Tempelhof und im Märkischen Viertel werden 4 Gymnastiklehrerinnen der Sportjugend tätig.

1979      Die Sportjugend übernimmt im Auftrag des Senats die Weiterbildung von Erziehern/Erzieherinnen in der Bewegungserziehung im Vorschulalter. In der Diskothek Metropol wird regelmäßig „Jazz-Dance“ für Behinderte und Nicht-Behinderte (Rollstuhltanz) mit Unterstützung des Senats angeboten.

1980      Der „Deutsch-Türkische Kindertreff“ der Sportjugend Berlin wird mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet. Der Senat veranstaltet mit der Sportjugend die erste Infobörse „Sport und Jugendarbeit“ im Haus am Rupenhorn. Der ‚Neue Rundbrief‘ der Senatsjugendverwaltung widmet sich diesem Thema. Das neue Sportjugendprogramm „Ausländersport“ wird begonnen.

1982      Die Sportjugend diskutiert mit dem Senat von Berlin und dem LSB-Präsidium ihre Thesen zum Jugendprotest und zur Mitbestimmung von Jugendlichen (Trimm Dich durch Mitbestimmung).

1983      Die Sportjugend Berlin eröffnet in Moabit die 1. Beratungsstelle für Ausländer. Der Sportjugendaustausch mit der Türkei wird begonnen.

1985      Gemeinsam mit der TU Berlin stellt die Sportjugend die erste wissenschaftliche Studie zum Verhalten von Fußball-Fans vor.

1986      Der Landessportbund und die Sportjugend Berlin weihen ihren neuen Sitz in den „Stadion-Terrassen“ des Olympiastadions ein (Haus des Sports und Bildungsstätte der Sportjugend).

1987      Als Auftakt der 750-Jahrfeier Berlins veranstaltet die Sportjugend mit der Wirtschaftsinitiative „Impulse der 80-er Jahre“ ein ganztägiges Internationales Kinderfest in der Deutschlandhalle.

1988      Zum Europäischen Kulturjahr (E88) veranstaltet die Sportjugend Berlin internationale Jugendbegegnungen, mehrere Kulturwettbewerbe und ein Europäisches Kinderfest auf dem Olympiagelände mit 40.000 Besuchern.

1989      Am Kottbusser Tor eröffnet die Sportjugend ihren ersten „SportJugendClub“ und bringt damit Bewegung in die Aufgabenstellung der bisherigen städtischen Jugendfreizeitheime.

1990      Das Jahr ist von der friedlichen Revolution und dem Aufbau neuer, gemeinsamer Sportstrukturen zwischen den bisher getrennten Teilen Berlins geprägt. 14 Jugendliche der Sportjugend Berlin aus Ost- und West ziehen in der Nacht vom 2. Zum 3. Oktober vor dem Reichstag die Bundesflagge auf.

1991      Aufnahme des Programms „Kick – Sport gegen Jugenddelinquenz“ der Sportjugend Berlin. Ausweitung der Betreuungsprogramme für Aussiedler und Start der Kampagne „SPORTverein(t)“. Verabschiedung des „Aktionsprogramms Kinder- und Jugendsport 2000“.

1992      Die Sportjugend Berlin beteiligt sich an den Bundesprogrammen zum „Aufbau freier Träger (AfT)“ und gegen „Aggression und Gewalt (AgAG)“. Der Erwerb und Ausbau des „Jugendferienparks“ und der „Europäischen Begegnungsstätte“ in Ahlbeck wird begonnen.

1993      Die Sportjugend Berlin übernimmt große Teile des dreijährigen Landesprogrammes „Jugend mit Zukunft“. Mehrere Sportjugend- und Mädchenclubs sowie Sozialprojekte werden eröffnet. Im Mittelpunkt der Vollversammlung steht das Thema „Jugend und Gewalt“. Die Sportjugend wird Mitglied des Trägervereins der „Werkstatt der Kulturen“ in Neukölln.

1994      In Hohenschönhausen findet das 1. Berliner Kinderfestival statt. Die Parlamentspräsidentin stellt die Ehrenamtskampagne der Sportjugend Berlin vor.

1995      Die Sportjugend beteiligt sich mit innovativen Konzepten am Stadtdialog „Jugend in Berlin“. Unter dem Titel „Jugend braucht Zukunft“ übergibt die Sportjugend Berlin dem Abgeordnetenhaus eine mit Trauerrand versehene „Streichliste“. Die Sportjugend gründet den „Verein für Sport und Jugendsozialarbeit“ (VSJ).

1996      In einem Protestzug vom Kollwitzplatz zum Berliner Rathaus demonstrieren mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche der Sportjugendprojekte gegen die Beendigung des Programms Jugend mit Zukunft.

 

1997      Im Jahr des Kinder- und Jugendsports wird bundesweit zur Fachtagung „Schwung und Bewegung in Jugendhilfe und Sozialarbeit“ eingeladen. In einer Radsternfahrt „Wir radeln für Kinderrechte“ wird Genf erreicht. Die Bildungsstätte der Sportjugend Berlin feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

1998      380.000 Besucher kommen zum 5. Berliner Kinderfestival der Sportjugend nach Hohenschönhausen.

1999      Zehn Jahre Mauerfall werden vor dem Brandenburger Tor gefeiert. Der Jugendevent der Sportjugend und des VSJ in der Arena Treptow steht unter dem Motto „Europa in Bewegung“. Zum 50. Bestehen feiert die Sportjugend Berlin in der Max-Schmeling-Halle eine große Kinder- und Jugendsport-Show „Forever Young“.

2000      Umzug der Bildungsstätte von den Stadion-Terrassen in die frühere Unteroffiziersmesse an der Hanns-Braun-Straße des Olympiaparks.

2001      Scheckübergabe für ‚Kick the ropes‘ durch Edwin Moses, Nadia Comaneci und Boris Becker der Sport for Good Stiftung. Programm des Berliner Fußball-Verbandes mit der Sportjugend und dem Senat „Präventionsmodell Berliner Jugendfußball gegen Gewalt“. Neue Plakatserie „Sport kennt Gegner, aber keine Feinde“ zur Toleranz in Sport und Gesellschaft. Start des „Freiwilligen Sozialen Jahres“ im Sport durch die Sportjugend. SJB-Bundestagung „Sport und soziale Arbeit gegen (rechte) Gewalt und Extremismus“.

 2002     Die Sportjugend beteiligt sich mit einem Marathonparcours Berlin-New York“ am deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest im Garten des Bundeskanzleramtes.

2002      Start des Integrationsprogrammes „Kick on Ice“ der Sportjugend mit Katharina Witt.

2003      Mit der Aufnahme des Bereichs „Körper, Bewegung und Gesundheit“ in das ‚Berliner Bildungsprogramm‘ für Kinder in Tageseinrichtungen wird Bildungsgeschichte geschrieben.

2004      Landessportbund und Sportjugend gründen die gemeinnützige Kindergartengesellschaft „Kinder in Bewegung (KIB“. Die SJB-Kampagne „Kleine kommen ganz groß raus“ führt zu einem Mitgliederanstieg in den Sportvereinen.

2005      Das Projekt „Kick – Sport gegen Jugenddelinquenz“ erhält einen Präventionspreis der Landeskommission gegen Gewalt.

2006      Das Fan-Projekt der Sportjugend beteiligt sich mit einem Fan-Camp an der Fußball-Weltmeisterschaft.

2008      Die Vollversammlung der Sportjugend Berlin verabschiedet eine Resolution zum ‚Kinderschutz‘. Der Verein für Sport und Jugendsozialarbeit gründet die gemeinnützige GSG als zukünftiger Projektträger

 

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Auf Augenhöhe: Der Sport und die Berliner Bevölkerung.

Donnerstag, 21. November 2024

Aus „Sportgeschichte(n)“ zur 75 Jahrfeier des LSB Berlin

 

Mit der Gründung unseres Verbandes vor 75 Jahren entstand ein gesellschaftliches Netzwerk, das die Berlinerinnen und Berliner zusammenhält und bei Großveranstaltungen, Internationalen Wettkämpfen und Demonstrationen in den Bann zieht. Das passiert auf den Straßen, Plätzen und Sportstätten der Stadt. In Augenhöhe im Kiez, den Stadtteilen und den Zentren der Hauptstadt.

Mit der Rückgabe des Olympiastadions trat der Berliner Sport 1949 wieder an die Öffentlichkeit. Ein Jahr zuvor gelang es dem Pressewart des Sportverbandes und Sportfunkleiter Alfred Klapstein, im Stadion mit Hilfe der West-Alliierten „Allgemeine Jugendspiele im olympischen Geist“ zu veranstalten. 18.000 Jugendliche aus den Bezirken West- und (noch) Ost-Berlins qualifizierten sich in der Leichtathletik, im Schwimmen, Handball und Fußball für das Finale. Als „Rias-Olympiade“ gingen sie in die Geschichte ein. 21 Jahre später folgte an gleicher Stelle das erste Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“.

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75 Jahre: Für die Zukunft gerüstet

Mittwoch, 02. Oktober 2024

 

 

Das Cover von Sport in Berlin erschien im November 1999 anlässlich der 50-Jahrfeier des Landessportbundes. Das schemenhafte Foto wurde am 24. Oktober 1949, wenige Tage vor der Gründung des Sportverbandes, in der Wochenzeitung „Sport Kurier“ veröffentlicht. Es zeigt Kurt Gneist, den Torwart des VfB Pankow beim Spiel gegen Alemania 90 (2:1) auf dem alten Hertha-Sportplatz an der Plumpe. 12.000 Zuschauer waren gekommen. Der traditionsreiche Sportplatz wurde 1972 abgerissen, ein Investor wollte dort Wohnungen bauen. Das passierte immer wieder, Wirtschaftskraft und Stadtplanung hatten Vorrang vor dem Sport. So fielen der Sportpalast, die Radrennbahn Schöneberg, die Deutschlandhalle und die Eissporthalle der Spitzhacke zum Opfer. Ähnliches erfolgte nach der Wende im früheren Ostteil unserer Stadt. Die Politik hatte kein Ohr für den Sport, trotz erheblicher und anhaltender Proteste.

Norbert Skowronek, der LSB-Direktor, zählte in seinem Beitrag in der November-Ausgabe die Versäumnisse der Politik auf und kommentierte damit die im Konzerthaus am Gendarmenmarkt gehaltenen Festansprachen. Die Zukunftsfähigkeit des Sports erhielt von ihm die Bestnote, weil sich das Humankapital des Sports und der in ihm tätigen Ehrenamtlichen trotz staatlicher Sparmaßnahmen durchsetzen und den Sportvereinen und Verbänden das notwendige Rüstzeug für die nächsten Jahrzehnte liefern. Ein optimistischer Blick im Jubiläumsjahr.

Zur 75-Jahrfeier ist das nicht anders. Im schnelllebigen Sport geht es immer um das nächste Spiel, die anstehenden Meisterschaften und kommenden nationalen und internationalen Wettbewerbe und Verpflichtungen. Die Erinnerungskultur konzentriert sich auf zurückliegende, mehr persönliche Erlebnisse und Höhepunkte, weniger auf „Tonscherben des Sports“, die hin und wieder von Wissenschaftlern dreimal umgedreht und analysiert werden. Nur wenige Ehrenamtliche kümmern sich um die Archive des Sports, allenfalls mal bei anstehenden Jubiläen und dem plötzlichen Ruf nach einer Festschrift oder Vereinschronik.

 

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Daten zur Berliner Sportgeschichte – Teil I von 1334 bis 1899

Freitag, 27. August 2021

Ersatz für den gecrashten Beitrag von 2011

 

Königskette der Schützengilde Spandau Korporation 1334
(Foto: Kunstamt Spandau/Rau 1985)

 

1334

Sportschießen: Gründung der Schützengilde zu Spandau.

1335

Sportkegeln: Die Stadt Berlin erlässt eine Verordnung, nach der „höchstens um 5 Schillinge gekegelt werden dürfte“.

1351

Sportstätten: Das Tempelhofer Feld, die spätere Geburtsstätte des Volks- und Breitensports, kommt anlässlich des von Markgraf Ludwig zwischen Berlin und Cölln geschlossenen Friedens in öffentlichen Besitz.

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Mein Corona-Tagebuch für Januar 2021: Noch kein Land in Sicht.

Sonntag, 31. Januar 2021

Die Vierschanzentournee hat im Corona-Winter ein besonderes Potenzial. Die Fernsehquoten zeigen es: Der Auftakt in Oberstdorf ist nicht nur für Karl Geiger ein Erfolg gewesen, sondern auch für die übertragenden Sender: 5,43 Millionen Zuschauer im ZDF, Marktanteil 25,4 Prozent, bei Eurosport im Schnitt 350.000 Zuschauer, Marktanteil 1,6 Prozent – eine leichte Steigerung zum Vorjahr. Traditionell liegen die Zahlen beim Neujahrsspringen sogar noch höher – und klettern dann weiter, wenn es Richtung Innsbruck und Bischofshofen geht. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die Vierschanzentournee in diesem Corona-Winter, wo das Motto für alle (bis auf die Schanzenprofis) „Zu Hause bleiben“ heißt, eine besonders wichtige Unterhaltungsfunktion übernimmt.

Berliner Zeitung vom 2. Januar 2021

 

Die Bundesliga im Handball unterbricht derzeit ihren Spielbetrieb für die Weltmeisterschaft, die vom 13. bis 31. Januar 2021 in Ägypten stattfindet. Der Aufsichtsratschef des Bundesligisten HS Erlangen, Carsten Bissel, sagt dazu: „Die angebliche Blase in Kairo ist ein Witz. Man hat das Gefühl, dass die Veranstalter gar nicht an einem echten Hygienekonzept interessiert sind. Sie werden sogar Zuschauer zulassen, welch ein Wahnsinn.“ Bissel weiter: „Mein Wunsch wäre, dass die Bundesliga einheitlich sagt, wir gehen das Risiko nicht ein und stellen keine Spieler ab. Alle müssten mitmachen, damit es keine Konkurrenzsituation und keinen spezifischen Ärger für einen Verein gibt. Aber das bekommen wir nicht hin.“ Problematisch sei, dass Funktionäre sich ein einem Interessenkonflikt wegen Ämtern bei der Liga und im Deutschen Handballbund sowie „möglicherweise bald auch im internationalen Handballverband“ befinden würden.

Süddeutsche Zeitung vom 4. Januar 2021

 

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Mein Corona-Tagebuch für November 2020: Exponentiell – Es kommt ein noch einsamerer Dezember.

Sonntag, 06. Dezember 2020

Prof. Dr. Helmut Digel befasst sich in seinem Blog mit der Zurückhaltung des Sports, auf die Corona-Anordnungen der Regierung und das damit verbundene Sportverbot in der Öffentlichkeit laut und deutlich zu reagieren. Ihm fehlt der Protest, und dazu ruft er auf. In vorderster Linie treffen die Verbote den Breitensport in den Vereinen, den Kinder- und Jugendsport bis hin zur individuellen Sportausübung der Bürger. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einer Vereinbarung mit dem IOC bestätigt, dass das aktive Sporttreiben das Beste in Pandemiezeiten ist, da die körperlichen Widerstandskräfte des Menschen durch den Sport gestärkt werden. Ein Sportverbot hält er deshalb für einen Skandal und fragt, warum die Sportlehrerverbände und die Eltern nicht gegen die Einstellung des Schulsports protestieren, ebenso die Sportwissenschaft und deren Universitätsinstitute für Sport, die Sportmediziner, Sportjournalisten und die Sportpolitiker in den Parlamenten, wenn gerade der Sport als wichtiger Teil der Alltagskultur und  preiswerte „Medizin“  für die Volksgesundheit und die Bekämpfung der Pandemie durch Verbote stillgelegt wird? Auch Demonstrationen der Sportorganisationen selbst vermisst er. Prof. Digel schließt mit der Aufforderung: „Der organisierte Sport darf kein devoter Untertan einer fragwürdigen Sportpolitik sein. Mit allen in einer Demokratie zur Verfügung stehenden Mitteln hat der organisierte Sport sich gegen das aktuelle Sportverbot zu wehren und zukünftige Verbote zu verhindern. Die vielen Sporttreibenden in unserer Gesellschaft sind es wert, dass man sich für ihre Interessen einsetzt“.

Sport-quergedacht.de vom 2. November 2020

 

Der für den November angekündigte Lockdown-Light trifft den Sport in allen Bereichen und gefährdet ihn existenziell. Dazu DOSB-Pressesprecher Michael Schirp: „Der zweite Lockdown trifft das Fundament der großen und zugleich verletzlichen Gemeinschaft des deutschen Sports ins Mark“.

DOSB vom 3. November 2020

 

Mit einer Videobotschaft wendet sich Jugendsenatorin Sandra Scheeres an die digital stattfindende Vollversammlung der Sportjugend Berlin. Neben dem Dank an die größte Jugendorganisation der Stadt weist sie auf ihre Initiative im Senat hin, abweichend vom Amateursportverbot Kindern bis zu 12 Jahren das gemeinsame Sporttreiben und Training im Freien zu erlauben. Ein Silberstreifen am Coronahimmel und den von der Sportverwaltung verhängten Restriktionen.

Sportjugend Berlin vom 2. November 2020

 

LSB-Präsident Thomas Härtel hat die unterschiedliche regionale Auslegung der ab 2. November gültigen neuen Corona-Regeln kritisiert. „Irritiert sind wir über die abweichenden Regelungen in den Bundesländern. Aber selbst in den Zuständigkeitsbereichen der Berliner Senatsverwaltungen gibt es unterschiedliche Festlegungen bezüglich der Öffnung der Hallen.“ Er begrüßt die Trainingsmöglichkeiten für Bundes- und Landeskader sowie die Zulassung von sportlichen Aktivitäten für Kinder bis zu zwölf Jahren in festen Gruppen im Freien. Für ihn ist es aber nicht nachzuvollziehen, „warum diese Regel nicht gleich für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen gilt“.

Deutsche Presse Agentur vom 3. November 2020

 

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Sportgeschichte(n) aus „Sport in Berlin“

Mittwoch, 02. September 2020

Sport in Berlin vom Juni/Juli 2020

Vor 100 Jahren

In Anwesenheit des Reichspräsidenten Friedrich Ebert wird am 15. Mai 1920 in der Berliner Universität die „Deutsche Hochschule für Leibesübungen“ gegründet. Träger der Hochschule sind die im Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen vertretenen Sportverbände und die Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege. Sitz der Hochschule ist das Deutsche Stadion mit dem ab 1925 errichteten „Deutschen Sportforum“ (heute Olympiagelände). Die Hochschule wird 1934/35 geschlossen.

 

Vor 50 Jahren

In Berlin wird am 16. März 1970 die Kampagne „Trimm Dich durch Sport“ gestartet. Sie wird die größte Sozial-Marketing-Kampagne in Deutschland werden. Die Mitgliederzahlen im Deutschen Sportbund verdoppeln sich in zwei Jahrzehnten. Das lustige Maskottchen „Trimmy“ bringt eine ganze Nation auf Trab. DSB-Trimmvater Jürgen Palm entwickelt von Jahr zu Jahr neue Schwerpunkte für alle Alters- und Zielgruppen. Volksläufe und Trimmspiele werden veranstaltet, Trimm-Dich-Pfade in Wäldern gebaut, Ausdauersport und Geselligkeit im Verein propagiert. Die Devise heißt „Sport für alle“ und führt zum heutigen Gesundheitssport und dem von den Ärzten empfohlenen „Rezept für Bewegung“. Eine Erfolgsgeschichte, sicher über Corona hinaus.

 

Mit dem „Sporthistorischen Kabinett“ in der KJS Werner Seelenbinder in Berlin (Ost) wird das Sportmuseum Berlin begründet. Nach der friedlichen Revolution wird es 1990 dem Magistrat übergeben und gelangt dann über das Stadtmuseum in die Verwaltung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Als LSB-Mitgliedsorganisation besteht in Berlin (West) seit 1976 das Forum für Sportgeschichte, der jetzige Fördererverein des Sportmuseums. Das Museum hat seinen Sitz im Olympiapark und hofft auf den Abschluss der Bauarbeiten für die Dauerausstellung unter dem Glockenturm des Maifeldes. Eigentlich sollte diese zum Turnfest 2017 eröffnet werden, die Bauarbeiten werden sich aber noch bis 2022 (oder später?) hinziehen. Eine alte „Berliner Krankheit“.

 

mni-

Sportjugend in den Geschichtsbüchern: Flaggenhissung am 2./3. Oktober 1990 vor dem Reichstag in Berlin

Sonntag, 30. Juni 2013

 

 

 

 

 

Als einer der Höhepunkte der „Wiedervereinigungsfeier“ in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober 1990 wurde um Null Uhr unter dem vom Schöneberger Rathaus übertragenen Läuten der Freiheitsglocke die Bundesflagge vor dem Reichstag aufgezogen. Ein wahrhaft historisches Ereignis, dem Hunderttausende beiwohnten, das in alle Welt übertragen wurde und in den Geschichtsbüchern mit 14 Jugendlichen aus West und Ost verbunden bleibt, die diesen ersten offiziellen ‚Staatsakt’ im wieder vereinten Deutschland vornehmen durften. Es waren junge Sportler und Sportlerinnen aus den ehemals getrennten Stadtteilen West- und Ostberlins, die von der Jugendorganisation des Landessportbundes Berlin im Auftrage des Bundesinnenministeriums ausgewählt wurden.

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60 Jahre Landessportbund Berlin

Sonntag, 11. November 2012

 

Am 29. Oktober 1949 wurde der Landessportbund Berlin als „Sport-Verband Groß-Berlin“ im Festsaal des alten Amerikahauses in der Kleiststraße gegründet. Im Vordergrund der Zusammenkunft von Vertretern aus 173 lizenzierten Vereinen und 22  gerade gegründeten Fachverbänden stand das Wollen, nach den kurzen Jahren des Wiederaufbaus einer zu großen Teilen zerstörten Stadt und der gerade überstandenen Blockade des Westteils  das sportliche Miteinander in selbstgewählten Vereinen eigenständig – abseits kommunaler Sportprogramme und politischer Bevormundung – zu stärken und die Kontakte der von politischer Teilung bedrohten Berliner Bevölkerung zumindest untereinander bei Sport und Spiel nicht abbrechen zu lassen. Die Gründung des Sportverbandes war auch eine Reaktion auf das Vorhaben der östlichen Seite, die Vereine der drei westlichen Sektoren unter dem „Deutschen Sportausschuss“  zu vereinnahmen. Die politische Trennung zwischen Ost und West, der Kalte Krieg und von Agentenangst und Gegeneinander geprägten Auseinandersetzungen standen im Mittelpunkt der ersten 40 Jahre des Landessportbundes Berlin und der geteilten Stadt.

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