Archiv für Juni 2021

Meine Corona-Chronik für Mai 2021: Licht am Ende des Tunnels?

Montag, 21. Juni 2021

 

Dass große Sportvereine durch die Pandemie stärker betroffen stellt das Statistische Bundesamt fest: Rund 7,3 Millionen Mädchen und Jungen bis zum Alter von 18 Jahren konnten der Auswertung zufolge im Jahr 2020 wegen der Pandemie nicht mehr in ihren Vereinen trainieren. Auch die vor allem in der Gesundheitsprävention aktiven Senioren sind besonders stark vom Sport-Lockdown betroffen. Von den 22,5 Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 60 sind, waren laut Mitteilung 20,8 Prozent oder 4,7 Millionen in einem Sportklub. Größere Vereine trifft die Pandemie überraschend oft härter als kleinere. Tobias Nordmann sieht dafür vielschichtige Gründe. So sind die Beiträge oft höher, weil eigene große Anlagen unterhalten und hauptamtliche Trainerinnen und Trainer beschäftigt werden. Im vereinseigenen Fitnessstudio oder beim Kinderschwimmen werden oft Zusatzbeiträge erhoben. Eltern, die in Kurzarbeit oder in ihrer Existenz bedroht sind, überlegen da schon eher einen Vereinsaustritt aus einem Großverein als einem kleinen Klub. Eine Sorge haben alle, dass zum Schluss viele sportwillige Kinder auf der Strecke bleiben und für sie ein Neuanfang nach Corona schwer wird.

ntv vom 1. Mai 2021

 

Mediziner beschäftigen sich mit der Frage, in welchem Ausmaß Covid-19-Erkrankte nach ihrer Genesung wieder mit körperlicher Aktivität bis hin zu Wettkampfsport beginnen können. Britische Wissenschaftlicher raten zur Vorsicht und schrittweisen Annäherung an frühere Sportgewohnheiten, insbesondere bei chronischen Vorerkrankungen. Die Wiedergewinnung der körperlichen Aktivität ist ein wichtiger Schritt zur Gesundheit, allerdings mit Risiken belastet und deshalb nur Schritt für Schritt zu empfehlen. Das Führen eines Tagebuches oder eine digitale Erfassung der Körperdaten wie Trainingsverlauf, evtl. Stimmungsänderungen, Herzfrequenz und Belastungen sind erforderlich und müssen notfalls zu Einschränkungen der körperlichen Belastung führen.

Deutsche Apotheker-Zeitung vom 3. Mai 2021

 

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Der Anschluss der völkischen Turnvereine an die Deutsche Turnerschaft 1933.

Dienstag, 01. Juni 2021

Vor 130 Jahren gab es den ersten Arierparagraphen im Vereinssport.

( Ersatz für den gehackten Beitrag vom 19. August 2017 )

Eigentlich war das Wort „völkisch“ in den letzten Jahrzehnten aus unserem Sprachgebrauch so gut wie verschwunden. Jetzt begegnet man ihm täglich. In Verbindung mit den Flüchtlingsströmen und der Angst vor ‚Fremden‘ wird es in die Schlagzeilen der Zeitungen und Meldungen gespült. Wieder in Verbindung mit Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus wie schon vor mehr als 150 Jahren. Wir wissen nicht, wie es in Osteuropa, in Österreich und Frankreich, ja auch in Deutschland, weitergeht. Jedenfalls nehmen Rassismus und Fremdenhass inzwischen Einfluss auf die Innenpolitik und das Zusammenleben und Miteinander von Menschen in Europa. Das geht auch nicht am Sport vorbei.

Seit dem Wegbrechen der „Sportgeschichte“ an unseren Universitäten sind es Einzelkämpfer, Historiker, Journalisten und Antisemitismusforscher, denen es gelingt, die Zeitgeschichte des Sports der Öffentlichkeit zu vermitteln. Zum Beispiel im Zusammenhang mit Sportevents wie Olympischen Spielen oder den Maccabi Games. Es gibt aber auch Laien, einfach nur Sportbegeisterte, die in „Geschichts-Arbeitskreisen“ Licht in das Dunkel ihrer Sportarten und Sportvereine bringen wollen. Ehrenamtlich und aus Passion. Sie forschen in alten Mitgliederlisten, in Vereinsregistern der Amtsgerichte und in den nur selten noch vorhandenen Vereinszeitungen, was zum Beispiel 1933 mit ihren jüdischen Vereinskameraden passierte, wer Opfer und – oft im vorauseilenden Gehorsam – Täter war. Sie brechen das Schweigen und Verschweigen der Vorkriegsgeneration.

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